Projektbeschreibung
Schüler-und Jugendwohnheim Humahuaca
Proyecto Ayni Humahuaca.
Das Projekt AYNI entstand im Jahr 2002 auf Initiative mehrerer Indiogemeinden im Tal von Humahuaca und in den umliegenden Dörfern in den Anden Nordwestargentiniens.
Mit dem Namen AYNI verbindet man in der Quechuasprache der Indios Arbeiten und Wirtschaften in Gemeinschaft und Solidarität.
Das Ziel dieser Initiative ist es, Schülern und Jugendlichen aus den Siedlungen dieser entlegenen Region eine bessere schulische und berufliche Ausbildung zu ermöglichen.
Grosse Entfernungen zu den Bildungseinrichtungen, mangelnde finanzielle Mittel der Eltern und ihr fehlendes Bewusstsein hinsichtlich der Bedeutung von Schule und Ausbildung ihrer Nachkommen haben dazu geführt, dass viele junge Menschen im Verlauf der letzten Jahrzehnte ihre Heimat ohne Ausbildung und Vorbereitung in Richtung Grossstadt verlassen haben.
Mit Unterstützung der argentinischen Kulturorganisationen ARCOR und ANTORCHAS haben die Indiogemeinden deshalb in Kooperation mit dem Sozialarbeiter Aldo Juarez dieses erzieherische Projekt in die Wege geleitet.
Um den Schülern und Jugendlichen aus den Indiofamilien eine schulische Weiterbildung nach der 6-jährigen Grundschule zu eröffnen, haben sie nun die Möglichkeit, in einem Wohnheim am Rande der Kleinstadt Humahuaca beherbergt zu werden. Von diesem, von Aldo Juarez geleiteten und verwalteten Wohnheim aus, können die Jugendlichen sämtliche öffentlichen Bildungseinrichtungen besuchen oder an beruflichen Ausbildungskursen teilnehmen.
Während ihrer freien Zeit arbeiten die Jugendlichen an der Pflege des Wohnheimes und in der Küche mit.
Die weiterreichenden erzierischen Ziele dieses Projektes sind neben der schulischen Ausbildung auch der Erhalt der indianischen Kultur in dieser hauptsächlich von Indios geprägten Region Argentiniens.
Finanzielle Ausstattung
Da sich sowohl der argentinische Staat als auch die oben genannten Kulturorgani-
sationen in zu geringem Masse für die Belange der verarmten Indiobevölkerung einsetzt, haben Körperschaften der EU mit deren finanziellen Mitteln die Anschubfinanzierung für den Bau dieses Wohnheimes übernommen. In Kooperation mit der Stadt Humahuaca, die einen Teil der Baumaterialen stellte und für die Infrastruktur wie Wasser, Abwasser und Elektrizitat sorgte, konnte der Bau ebenfalls vorangetrieben werden. Mit den bescheidenen Mitteln des Fördervereins war es immer wieder möglich dem Fortschritt des Projektes neue Initiativen zu geben. Da die Lohnkosten realtiv niedrig sind, ein Maurer kostet z.B. 25 Pesos oder 6,50Euro an einem Tag, kann auch mit kleinen Beiträgen viel erreicht werden.
Pläne des Fördervereins
Mit den Mitteln des Fördervereins soll folgendes erreicht werden:
Fertigstellung des Wohnheimes
Unterstützung des ehrenamtlichen Einsatzes von Aldo Juarez und deren freiwilligen Helfer
Förderung einzelner Fortbildungs-und Kulturprojekte im Wohnheim
Zukunftspläne des Projektes
In verschiedenen pädagischen Projekten können die Jugendlichen an Sprachursen wie z.B. in Quechua und Englisch teilnehmen.
Sie erhalten auch eine Einfüherung in das Nähen und in die Kunst des Webens. Für das Erlernen ihrer kulturspezifischen Musikinstrumente soll auch Raum geschaffen werden.
Die Jugendlichen lernen Brot backen und sammeln Kenntnisse zum sachkundigen Betrieb eines Gewächshauses. Langfristig ist auch an das Erlernen einer gezielten Tierhaltung und der Produktion von Käse gedacht.
Als letzter Schritt ist könnte auch eine Einführung in die EDV in einem Computerraum erfolgen.
Das Wohnheim öffnet während der Ferienzeiten seine Türen für den alternativen Tourismus, womit in gewissem Masse finanzielle Möglichkeiten geschaffen werden können.
Mit dem alternativen Tourismus sollen junge Leute aus aller Welt die Naturschönheiten und das kulturelle Erbe der Inkas kennenlernen; das Tal von Humahuaca wurde 2005 zumWeltkulturerbe erklärt.
Fotos
Schüler-und Jugendwohnheim Humahuaca